Wer wir sind | Unsere Ansätze

Paunima Productions


Nikolaus Matthes

Wer wir sind | Unsere Ansätze


Nikolaus Matthes | Künstlerische Gesamtleitung, Regie und Produktion

Nikolaus Matthes wurde 1981 in Berlin geboren und ist in Lüneburg und Basel aufgewachsen. Nach der Matura im Winter 2000 am Gymnasium Liestal begann er seine Tätigkeit als Pädagoge und Theaterregisseur an der Sekundarschule Burg, ebenfalls in Liestal. Nach einer Ausbildung zum Filmemacher in London (2004–2007) entstanden zahlreiche Dokumentarfilme in seiner Regie, unter anderem in London, Rom und Basel. – Seit 2001 führt Nikolaus Matthes hauptsächlich Theaterregie. In dieser Funktion hat er mehrfach am Gymnasium Münsterplatz in Basel gearbeitet (»Faust I«, 2002; »Die Physiker«, 2004) sowie an der Sekundarschule Burg in Lies­tal, an der er für 14 Jahre in 16 Projekten Theaterregie geführt und ein festes Team für Theaterprojekte mit Jugendlichen aufgebaut hat. Stücke aus der Antike (»Antigone« und »Lysistrata«, beide 2010) kamen dort ebenso zur Aufführung wie beispielsweise Shakespeare (»A Midsummer Night’s Dream«, 2009; »Der Sturm«, 2012), Schiller (»Die Räuber«, 2013) und Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert (»Frühlings Erwachen«, 2006; »Top Dogs«, 2007; »Hexenjagd«, 2008; »Wir im Finale«, 2008; »Himmelwärts« (2009); »Der kaukasische Kreidekreis«, 2011; »Die Verwandlung«, 2014). Die Inszenierung von Shakespeares »A Midsummer Night’s Dream« wurde 2009 zum 4. Schülertheatertreffen des Schauspielhauses Zürich eingeladen. 2013 führte Nikolaus Matthes zum ersten Mal Regie beim Basler Lehrertheater und brachte das Epos »Eine Familie« von Tracy Letts in einer vielbeachteten Inszenierung auf die Bühne. Als zweite Inszenierung mit demselben Ensemble folgte 2015 »Wir im Finale«. – Nikolaus Matthes’ Tätigkeit als Musiker ist ebenso breit gefächert wie seine Tätigkeit im Film- und Theaterbereich; er hat sich als Dirigent, Sänger, Komponist, Librettist (Libretto zur Oper »Die Göttin im Kater« von Paul Suits, 2013), Theatermusiker, Opernübersetzer, Arrangeur und Musikpädagoge betätigt, wie auch als Hospitant bzw. musikalischer Assistent (zum Wagner-Zyklus an der Staatsoper Berlin bei Daniel Barenboim, 2002; bei Konrad Junghänel am Theater Basel für Monteverdis »L’incoronazione di Poppea«, 2003; an der Sächsischen Staatsoper Dresden für die Produktion »Wie liegt die Stadt so wüste, die voll Volkes war«, zu Musik von Heinrich Schütz und Matthias Weckmann, im Jahr 2004). Diesen für ihn wegweisenden Berührungen mit Historischer Aufführungspraxis und Alter Musik folgte als logische Konsequenz von 2013 bis 2018 ein BA- und MA-Studium in Musiktheorie und Historischer Satzlehre bei Prof. Michel Roth und Prof. Dr. Johannes Menke an der Hochschule für Musik Basel und der Schola Cantorum Basiliensis. Gemeinsam mit dem Zürcher Barockorchester brachten Nikolaus Matthes und sein Team im März 2016 die Erstvertonung des Originaltextes von Franz Grillparzers »Goldenem Vließ« als Musiktheaterproduktion und Education Project auf die Bühne. - Seit 2017 arbeitet Nikolaus Matthes als Tonmeister-Assistent und Veranstaltungstechniker bei Gallus Media AG in St. Gallen und wirkt in dieser Funktion bei der Aufzeichnung des gesamten Vokalwerkes von J. S. Bach unter der Leitung von Rudolf Lutz mit (www.bachstiftung.ch).

 

Dominic Dill
Luca Docci
Annina Biedermann
Yannick Biedermann

Dominic Dill | Licht, Bühne, Technische Leitung und Assistenz

Dominic Dill, 1994 geboren, war bis im Juni 2010 Schüler an der Sekundarschule Burg Liestal und ist seit 2013 gelernter Automobilfachmann. Erste Kontakte mit dem Theater ergaben sich 2010 durch seine Zusammenarbeit mit Nikolaus Matthes, in der er als Lichtgestalter und Beleuchter bei den Inszenierungen von »Antigone | Lieblingsmenschen«, »Es war zweimal ...« und »Lysistrata« mitgewirkt hat. Er hat in der Folge bei allen weiteren Inszenierungen von Nikolaus Matthes die Aufgaben des Beleuchters, des Regieassistenten und des Bühnenbildners übernommen: bei Bertolt Brechts »Kaukasischem Kreidekreis« (2011), Shakespeares »Sturm« (2012) , dem Epos »Eine Familie« von Tracy Letts (2013) sowie Schillers »Räubern« (2013), und zuletzt bei einer szenischen Fassung von Franz Kafkas »Verwandlung« (2014). – Im Rahmen der Produktion »Das Goldene Vließ« wird Dominic Dill eine umfassende Weiterbildung erfahren durch Jens Seiler, der am Theater Basel als Beleuchter arbeitet.

Luca Docci | Produktionsassistenz

Luca Docci wurde 1991 in Liestal geboren und lebte bis zum 21. Lebensjahr in Lausen/BL. Er besuchte die Sekundarschule Frenke und das Gymnasium in Liestal und schloß 2010 die Matura mit Schwerpunkt Biologie/Chemie ab. Im Anschluß an die Matura absolvierte er in Colombier am Neuenburgersee die Rekrutenschule. Danach begann er das Studium der Pharmazie an der Universität Basel und wird seinen Master of Science voraussichtlich 2017 abschließen mit dem Ziel, später als Apotheker tätig zu sein. Seit 2013 lebt er mit seiner Familie in Wenslingen/BL und teilweise in Basel. Nach dem 3. Studienjahr legte er ein Zwischenjahr ein, um in Liverpool seine Englischkenntnisse zu erweitern und im Pharmazie-Historischen Museum der Universität Basel seinen Zivildienst zu absolvieren. Durch die Arbeit als Assistent für das »Goldene Vließ« arbeitet Luca Docci zum ersten Mal in einem künstlerischen Projekt der freien Theaterszene mit.


Annina Biedermann | Assistenz der Musikalischen Leitung

Annina Biedermann wurde 1997 geboren. Sie besuchte bis 2012 die Sekundarschule Burg in Liestal und hat dort als Schauspielerin zum ersten Mal mit unserem Team zusammengearbeitet (Miranda in »The Tempest | Sturm«, 2012). In der Inszenierung von »Eine Familie« 2013 mit demselben Team und dem Basler Lehrertheater wirkte sie gastweise als Schauspielerin in der Rolle der Jean mit. – Im Winter 2015 wird Annina Biedermann die Matur mit Schwerpunktfach Musik absolvieren, mit dem Ziel, im Herbst 2016 ein Studium der Schulmusik aufzunehmen. Beim »Goldenen Vließ« arbeitet sie als Assistenz des musikalischen Leiters mit und erhält damit einen praktischen Einblick in professionelle musikalische Arbeit.

Yannick Biedermann | Tonaufnahmen und Tontechnik

Yannick Biedermann, geboren 1995, ist in der Umgebung von Liestal aufgewachsen. Er war bis 2011 Schüler an der Sekundarschule Burg Liestal und besuchte bis im Dezember 2015 das dortige Gymnasium mit Abschluß im Schwerpunktfach Musik, Hauptfach Gitarre. Ab 2013 wohnte er als Austauschschüler für ein Jahr in den USA. – Yannick Biedermanns Tätigkeiten in unserem Team waren und sind sehr vielfältig: 2012 war er als Gitarrist und Perkussionist bei »The Tempest | Sturm« mit Musik von Paul Suits und David Wohnlich zu hören, und für »Eine Familie« mit dem Basler Lehrertheater (2013) komponierte er selbst die Musik. Für die Orchesterproben zum »Goldenen Vließ« im Dezember 2015 hat Yannick Biedermann erstmals als Aufnahmeleiter und Tonmeister gearbeitet. Bei den Tonaufnahmen der Aufzeichnung des »Goldenen Vließes« im März 2016 arbeitet Yannick Biedermann als Assistent von Stefan Ritzenthaler und Johannes Widmer von GALLUS MEDIA AG mit.

Individuell orientierte Arbeit

Wir setzen uns mit jeder Gruppe, die wir neu für eine Zusammenarbeit übernehmen, individuell und direkt auseinander. Dabei ist uns der direkte menschliche Kontakt mit allen Beteiligten sehr wichtig. Hierbei gehen wir davon aus, daß jeder Teilnehmer ein einmaliges Individuum ist, das eine in jeder Hinsicht angemessene Behandlung und künstlerisch-menschliche Begleitung und Bildung braucht.

 

»Jugendstücke« oder Weltliteratur?

Es ist uns ganz besonders bei jungen Menschen ein Anliegen, mit ihnen nicht Theaterstücke einzustudieren, die als sogenannte »Jugendstücke« gehandelt werden und bei denen es sich um angebliche »Jugendthemen« wie beispielsweise Alkohol, Drogen, Parties, Massenmedien und dergleichen handelt. Wir vertreten die Ansicht, daß junge Menschen mit diesen Themen im Alltag bereits derart oft konfrontiert werden, daß sie diese nicht noch in einer tiefschürfenden Theaterarbeit verinnerlichen müssen, zumal wir überzeugt sind, daß die obengenannten Themen ohnehin nicht per se als Jugendthemen geeignet sind. Selbstverständlich sind sie im Bedarfsfall Teil unserer Arbeit und unseres Austauschs mit jungen Menschen. Wir sehen es aber als wichtiger und richtiger an, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, Neuland zu betreten, das heißt, mit Theater- und Musikstücken der Weltliteratur in Berührung zu kommen. Solch eine Berührung ist im Kontext der Pflichtschulzeit als direkte künstlerische Projektarbeit für Jugendliche nicht vorgesehen, stellt aber einen fundamentalen Baustein in der Bildung und Persönlichkeitsentwicklung jedes Menschen dar.

 

Wo wir arbeiten

Wir ziehen es vor, mit Jugendlichen außerhalb der Institution Schule zu arbeiten. Wir legen hierbei großen Wert darauf, daß die schulischen und privaten Verpflichtungen nicht vernachlässigt oder verletzt werden, und begleiten die Jugendlichen dabei, auf dem Weg zwischen Schule, Privatleben und Projektarbeit nicht die Orientierung zu verlieren. Durch unsere Arbeit möchten wir jedem Beteiligten Impulse geben, wie er allen diesen Verpflichtungen mit größerer Sicherheit und mit innerer und äußerer Ruhe nachkommen kann.

 

Eine eigene Aufgabe für jeden Beteiligten

Zu Beginn unserer Arbeit lernen wir alle Beteiligten eingehend kennen, um ihnen im weiteren Arbeitsverlauf ihre entsprechende Aufgabe zuweisen zu können. Diese Zuweisung geschieht immer unter Berücksichtigung der gesamten Gruppe als sozialem Organismus und in konstantem Dialog mit jedem Einzelnen. Insbesondere bei jungen Menschen ist uns dieser Ansatz besonders wichtig.

 

Die Beteiligten einer Theater- oder Musikproduktion werden nach ihren Eigenheiten, Begabungen, Talenten und Möglichkeiten gefördert und gefordert. Gerade bei Jugendlichen stellen wir uns auf den Standpunkt, ihnen mit unserer Arbeit eine Umgangsweise vorzuleben und beizubringen, die an die scheinbaren Grenzen des Möglichen geht. Oft sieht das, was dabei entsteht, auf den ersten Blick nach einer Überforderung aus. Im Arbeitsprozeß zeigt sich jedoch, daß gerade das (scheinbare Über-)Fordern eben jene Fähigkeiten und Bereiche jeder Persönlichkeit berührt, die für gewöhnlich im Alltag nicht zum Vorschein kommt.

 

Künstlerische Arbeit als menschliche, psychologische und professionelle Begleitung für junge Menschen

Insofern sehen wir unsere Arbeit, insbesondere im Theaterbereich, als eine Arbeit an, welche die Menschen auf einem Teil ihres biographischen Weges in besonderer Weise begleitet. Diese Begleitung findet durch die Begegnung mit professionellen Kunstschaffenden aller Sparten statt, seien dies Schauspieler, Musiker, Tänzer, Choreographen, Bühnenbildner, Beleuchter, Kostümbildner, Techniker oder was immer. Die Professionalität unserer Arbeit garantiert, daß die Bedürfnisse der Menschen, mit denen wir arbeiten, erkannt werden und daß sie genau in den Punkten ihrer Persönlichkeit gefördert und gefordert werden können, wo sie es brauchen.

 

Peter Brook und Sir Ken Robinson

Als »Leitbild« für unsere Arbeit möchten wir stellvertretend den Regisseur Peter Brook nennen und das, was er in seinen Schriften »Der leere Raum« (The Empty Space) und »Das offene Geheimnis« (The Open Door) über Theaterarbeit gesagt hat. – Wegweisend sind für uns auch die Ansätze des Erziehungs- und Kreativitätsforschers Sir Ken Robinson (siehe unseren Text zum »Kaukasischen Kreidekreis«:  https://docs.google.com/viewerng/viewer?url=http://paunima-productions.com/onewebmedia/Texte_zu_Inszenierungen/2011_Der_kaukasische_Kreidekreis.pdf).

 

Unsere Arbeit als Perspektive

Mehrere Mitglieder unseres Kernteams stammen aus den Reihen unserer ehemaligen Schüler, allen voran unser Beleuchter und technischer Leiter Dominic Dill. Auch unter den Mitwirkenden, die in unseren vergangenen Produktionen mitgewirkt haben, sind zahlreiche ehemalige Schüler dabei. Dies ist einer der schönsten Gewinne unserer Arbeit.

 

 

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